Hobbys

Erste Erfahrungen

Um genau zu sein, bin ich am ersten Oktober 52 Tage in Tumbes. Je nach dem in welchen Maßstäben man rechnet, ist das entweder gar nichts oder eine halbe Ewigkeit. Bevor ich jetzt aber anfange, über die Zeit zu philosophieren, sagen wir einfach, 52 Tage sind etwa 15 % meines Freiwilligendienstes. Inzwischen habe ich mir auch ein paar Hobbys zugelegt, von denen ich ein wenig berichten möchte.

 

 

Kochkurs:

Während den Unterrichtsstunden stelle ich mir von Zeit zu Zeit die Frage, ob ich hier wirklich in einem Kochkurs bin, oder ob ich mich nicht doch in einer Ausbildungsstätte für pyromanisch veranlagte Psychopaten befinde. Aber auch für mich sind die meterhohen Stichflammen inzwischen nichts Besonderes mehr, die für gewöhnlich entstehen, wenn Fleisch oder Meeresfrüchte auf dem Gasherd gebraten werden. Leider habe ich bis jetzt noch immer nicht herausgefunden, bei welchem brennenden Fleisch man schreiend aus dem Gebäude rennen soll und bei welchem nicht.

Auch wenn sich das ganze bis jetzt leicht suspekt anhört, muss ich zugeben, dass die peruanische Küche viel feiner und graziler ist, als die Deutsche. Es gibt weitaus mehr Gerichte und Zubereitungen und allgemein hat das Essen hier einen viel höheren Stellenwert, so dass man sich oft viel mehr Zeit für die Zubereitung nimmt. Grundzutaten sind zum Beispiel Reis, Kartoffeln (unzählbar viele verschiedene Sorten), Hühnchen, Meerestiere und Chili, sowie diverse Maisarten, Fisch und noch vieles mehr. Auch die Früchtevielfalt übertrifft die der Deutschen, so dass ich alle paar Tage neues Obst kennen lerne, aus dem man übrigens äußerst schmackhafte Säfte herstellen kann.

Auch die anderen Leute aus meinem Kochkurs sind ziemlich cool drauf. Die meisten von ihnen sind Kochlehrlinge, denn der Unterricht wird von einer richtigen Schule angeboten. Im Gegensatz zu ihnen ist das ganze also für mich kein Ernst, sondern nur ein Hobby, um die Kultur besser kennenzulernen.

  

Fitnessstudio:

Eigentlich kann es gar nicht besser laufen. Mein Muskelhaus ist etwa 30 Sekunden von meinem Haus entfernt, hat dann auch noch einigermaßen neue Geräte, richtig gute Musik und eine bessere Betreuung, als gewisse Fitnessstudios in Deutschland. Aber das ist noch nicht alles, denn der ganze Spaß kostet mich umgerechnet nur 15 € im Monat. Zur Zeit trainiere ich dafür drei Mal in der Woche. Die beiden Trainer sind auch ziemlich witzig und Spaß macht es auf jeden Fall!

 

 

Spanischkurs:

Seit einiger Zeit gehe ich auch zum Spanischkurs, der von AFS angeboten wird. Leider muss ich mir eingestehen, dass ich noch nicht ganz mit den Unterrichtmethoden meiner Spanischlehrerin vertraut bin. Denn mir ist es bis jetzt noch unklar, wie ich die kompletten Formen der spanischen Verben in allen Zeiten innerhalb von zwei Stunden begreifen soll, wobei erschwerend hinzukommt, dass mir nur die erste Person im Singular beigebracht wird. Aber abgesehen von ihrer ziemlich chaotischen Art, ist meine Spanischlehrerin eine äußerst liebenswürdige Frau, die einen gewissen Sinn für Humor besitzt, so dass Nisa und ich bei unseren Spanischstunden immer viel zu lachen haben.